Die Viktoriaanlage liegt zwischen Bahnhof und Innenstadt und ist damit ein wichtiger Baustein im öffentlichen Raum der Stadt Bruchsal. Die rund 3.800 Quadratmeter große Grünfläche wird heute vor allem als Fußwegeverbindung genutzt. Gleichzeitig bietet sie mit ihrem alten Baumbestand, der Nähe zum Saalbach und der denkmalgeschützten Trafostation besondere Qualitäten.
Wie kann die Viktoriaanlage künftig aussehen? Welche Funktionen und Angebote braucht es an diesem wichtigen Ort? Und wie kann die Fläche schon in den kommenden Jahren attraktiver genutzt werden?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Stadt gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro RMPSL. Ziel ist es, ein Freiraumentwicklungskonzept zu erarbeiten, das eine langfristige Perspektive für die Viktoriaanlage aufzeigt und gleichzeitig bereits kurzfristig umsetzbare Maßnahmen ermöglicht.
Was macht die Viktoriaanlage aus?
Die Viktoriaanlage ist eine städtische Grünfläche mit einer besonderen Geschichte. Früher gehörte sie zum Reitplatz des in Bruchsal stationierten Dragonerregiments und war entsprechend repräsentativ gestaltet. Heute erinnern noch der alte Baumbestand, die Nähe zum Saalbach und die denkmalgeschützte Trafostation daran.
Trotz dieser Qualitäten wird die Viktoriaanlage heute nicht als besonders attraktiver Aufenthaltsort wahrgenommen. Es fehlen Sitzmöglichkeiten und auch die Beleuchtung ist derzeit nicht ausreichend. Im Alltag wird die Anlage deshalb vor allem als wichtige Fußwegeverbindung zwischen Bahnhof, Innenstadt und den umliegenden Schulen genutzt.
Dabei bietet die Viktoriaanlage aufgrund ihrer zentralen Lage und ihrer vorhandenen Qualitäten großes Potenzial. Ziel der weiteren Planung ist es, diese Stärken besser zur Geltung zu bringen, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und einen Ort zu schaffen, der gut zu seiner Lage und seiner Bedeutung für Bruchsal passt.
Was passiert derzeit vor Ort?
Ein Teil der Viktoriaanlage wird derzeit als Baustelleneinrichtungsfläche für die umfangreichen Arbeiten rund um den Bahnhof genutzt.
Im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofsumfelds wurde bereits der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) verlagert. Auch der Bahnhofsvorplatz wurde neu geordnet und die Verkehrsführung angepasst.
In den kommenden Monaten sind weitere Maßnahmen vorgesehen: Im westlichen Bereich der Viktoriaanlage soll eine Fahrradgarage, das sogenannte „Radhaus“, entstehen. Entlang der Viktoriastraße werden außerdem zusätzliche Stellplätze mit E-Ladesäulen eingerichtet. Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Fernwärme ist zudem eine temporäre Heizzentrale auf der Fläche vorgesehen.
Eine umfassendere Neugestaltung der Viktoriaanlage ist derzeit ab 2029 vorgesehen. Der genaue Zeitpunkt hängt unter anderem von der finanziellen Situation der Stadt ab.
Bis dahin soll die Zeit sinnvoll genutzt werden: Nach der Wiederherstellung der Fläche im Frühjahr 2027 sollen erste, kurzfristig umsetzbare Verbesserungen und mögliche Zwischennutzungen dafür sorgen, dass die Viktoriaanlage schon vor einer umfassenden Neugestaltung attraktiver wird.
Wozu dient das Freiraumentwicklungskonzept?
Um eine langfristige Perspektive für die Viktoriaanlage zu entwickeln, hat die Stadt Bruchsal das Landschaftsarchitekturbüro RMPSL mit der Erstellung eines Freiraumentwicklungskonzepts beauftragt.
Das Konzept entwickelt eine grundsätzliche Idee für die zukünftige Gestaltung und Nutzung der Viktoriaanlage. Es zeigt, wie die besonderen Qualitäten des Ortes gestärkt und unterschiedliche Anforderungen miteinander verbunden werden können. Gleichzeitig bildet es die Grundlage für die weitere Planung.
Am Anfang stehen eine umfangreiche Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse. Dabei wird nicht nur untersucht, wie die Viktoriaanlage heute gestaltet und ausgestattet ist, sondern auch, wer den Ort nutzt, wie er genutzt wird und welche Bedürfnisse damit verbunden sind. Neben fachlichen Untersuchungen und Beobachtungen sind dabei auch die Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger wichtig.
Auf dieser Grundlage werden verschiedene Ideen und Entwicklungsvarianten erarbeitet und miteinander verglichen. Daraus entsteht eine Vorzugsvariante, die anschließend zum Freiraumentwicklungskonzept ausgearbeitet wird.
Das Konzept soll sowohl eine langfristige Perspektive für die Viktoriaanlage als auch kurzfristig umsetzbare Verbesserungen aufzeigen. Für den Zeitraum von 2027 bis 2029 sollen deshalb sogenannte „Quick Wins“ entwickelt werden – Maßnahmen, die mit überschaubarem Aufwand eine sichtbare Verbesserung bewirken und gleichzeitig zu einer späteren umfassenderen Neugestaltung passen.
Die ersten Schritte des Planungsprozesses sind bereits gestartet. In den kommenden Monaten stehen die Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse, die Bürgerbeteiligung und die Entwicklung erster Varianten im Mittelpunkt.
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