Gütertrasse Karlsruhe-Mannheim
Das Schienennetz zwischen Mannheim und Karlsruhe zählt zu den wichtigsten Bahnverbindungen Europas. Der Abschnitt gehört zum sogenannten Mittelrhein-Korridor, der die Hochseehäfen Rotterdam und Genua verbindet. Bereits heute besteht hier ein Enpass im Schienennetz zwischen Mannheim und Karlsruhe. Damit mehr Güter auf die Schiene verlagert werden können, muss dieser Abschnitt dringend ausgebaut werden. Auch für den schienengebundenen Personen-Verkehr ist der Ausbau wichtig. Denn damit können Güter- und Personenverkehre voneinander getrennt werden, um insgesamt reibungsloser zu laufen.
Präsentation zur Projektvorstellung der DB
Aktueller Stand des Bauprojekts der DB
Der Planungsprozess für den Ausbau läuft bereits seit vielen Jahren. Jetzt ist er in einer entscheidenden Phase angelangt. Die zu Beginn 50 durchgängigen Linienvarianten zwischen Mannheim und Karlsruhe wurden im Laufe der Zeit immer weiter eingegrenzt.
Ende 2025 hat die Deutsch Bahn ihre Vorzugsvariante vorgestellt – die Variante R4.
Eine sehr gut besuchte Infoveranstaltung zur Gütertrasse
Wie sieht der genaue Verlauf der jetzt ausgewählten Vorzugsvariante R4 für den Ausbau der Gütertrasse Mannheim-Karlsruhe aus? Welche Kriterien wurden bei der Auswahl berücksichtigt? Was erwartet die Bürger/-innen mit dem Ausbau der Gütertrasse? Wie sieht der weitere Zeitplan aus? Dies sind einige der Fragen, die sich vor allen Dingen die Bürger/-innen der betroffenen Stadtteilen Büchenau und Untergrombach stellen, seit bekannt wurde, dass der Ausbau der Gütertrasse mit der Auswahl einer Vorzugsvariante in die nächste Phase geht. Die Verantwortlichen bei der Stadt Bruchsal haben daher gemeinsam mit Vertretern der Deutschen Bahn zu einer Informationsveranstaltung in das Vereinsheim des FSV Büchenau eingeladen, der zahlreiche Bürger/-innen folgten.
Vor vollem Haus machte Oberbürgermeister Sven Weigt noch einmal die Position der Stadt deutlich: Auf Höhe des Baggersees Büchenau sei es mit der neuen Trasse sehr eng. Ob diese überhaupt realisierbar sei, müsse noch einmal ganz genau geprüft werden. Dies sei eine der aktuellen Forderungen der Stadt. Zudem müsse der Lärmschutz genau in den Blick genommen werden, da zu dem Lärm der Autobahn A5 noch der Lärm der Gütertrasse hinzukomme. Wenn die Lärmschutzmaßnahmen abgeschlossen seien, „muss es danach besser sein“, so der Oberbürgermeister.
Nach einem Vortrag der Deutschen Bahn, in dessen Verlauf die Historie der Maßnahme und die Bewertungskriterien für die Auswahl der Vorzugsvariante vorgestellt wurden, hatten die Bürger/-innen viel Zeit um Fragen zu stellen. Dabei ging es oft um den Lärmschutz. Der Lärmschutz unterliege bei solchen Neubauprojekten engen gesetzlichen Vorgaben, die einen optimalen Lärmschutz vorsähen, und auch während der Baumaßnahme werde es einen temporären Lärmschutz geben, so die Antwort der Bahnverantwortlichen. Eine Untertunnelung in Form eine 20 Meter tiefen Tunnels sei wegen des Baggersees jedoch nicht möglich, so weitere Antworten. Durch die neue Gütertrasse können Güterzüge nach Fertigstellung auf die neue Strecke umgeleitet werden, so dass es auch zu einer Entlastung der Bestandsstrecke in Untergrombach kommen könne. Sorge wurde auch um den bestehenden Sportplatz und das Vereinsheim geäußert, die im Bereich der geplanten Trasse liegen. Sollte hier ein Eingriff erfolgen, muss die Bahn einen Ersatz schaffen.
Auf die Frage, wann die Baumaßnahme beginne und wie lange sie dauern werde, antworteten alle Beteiligten einhellig: In den kommenden zehn Jahren werde nicht viel passieren. Im Moment befindet sich das Projekt in der zweiten von insgesamt fünf Projektphasen. Derzeit erfolgt die Raumverträglichkeitsprüfung der Vorzugsvariante R4 durch das Regierungspräsidium Karlsruhe. Ist diese abgeschlossen, kann mit den Planungen begonnen werden. In dieser, dann dritten Projektphase, wird sich auch der Bundestag noch einmal mit dem vom Bund beauftragten Projekt beschäftigen.
Die Variante R4
Die Variante R4 verläuft von Norden her zunächst parallel zur bestehenden Bahnstrecke Mannheim/Graben-Neudorf. Vor Graben-Neudorf wird sie parallel zur Schnellbahnstrecke Richtung Stuttgart an Hambrücken vorbeigeführt.
Die Trasse soll dann parallel zur A5 weiter in Richtung Karlsruhe geführt werden.
Die neue Gütertrasse entlang der A5 führt damit auch unmittelbar an Büchenau und Untergrombach vorbei.
Bruchsaler Gemarkung
Aktuell ist vorgesehen, dass die Trasse bei Bruchsal westlich der Autobahn verläuft und damit auf Büchenauer Seite. Hier befindet sich auch der Baggersee „Alte Allmend“ - eng an der Autobahn gelegen. Nach ersten Einschätzungen der Bahn ist hier eine technische
Lösung möglich, um genügend Platz zwischen Autobahn und Baggersee zu schaffen. Als Lärmschutz sind zum jetzigen Planungsstand Lärmschutzwände angedacht, die sowohl Büchenau als auch Untergrombach vor dem Bahnlärm schützen sollen.
Stellungsnahme der Stadt zur Variante R4
Bereits 2023 hatte die Stadt Bruchsal eine Stellungnahme zu den Varianten abgegeben, die parallel zur Autobahn an der Kernstadt und den Ortsteilen Büchenau und Untergrombach vorbeiführen. Darin wurde insbesondere die Notwendigkeit eines angemessenen Schutzes der Anwohner-/innen vor Lärm hervorgehoben.
Auf dieser Basis wurde nun eine Stellungnahme zur Vorzugsvariante R4 (103 KB) ausgearbeitet, die vom Gemeinderat beschlossen worden ist. Sie wird an die Deutsche Bahn weitergegeben. Auch im Raumordnungsverfahren soll diese Stellungnahme dann von der Stadt Bruchsal eingebracht werden.
Wie geht es weiter?
Die Antragstellung der Raumverträglichkeitsprüfung erfolgt voraussichtlich im April 2026. Mit der Raumverträglichkeitsprüfung ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Die Planung ist auf dieser Ebene immer noch grob. Sie bildet eine geplante Linie ab, die sich in einem größeren Korridor bewegt. Erst nach der Raumverträglichkeitsprüfung werden der exakte Verlauf geplant, die konkreten Lärm- und Umweltschutzmaßnahmen festgelegt und im anschließenden Planfeststellungsverfahren geprüft.
Weitere Infos
Aktuelle Infos in der Präsentation (3,6 MB) aus der Gemeindratssitzung vom 27. Januar 2026
Infos zum Bau der Gütertrasse Mannheim-Karlsruhe der Deutsche Bahn unter Projekt-Homepage.
Direkte Infos zur Vorzugsvariante finden sich unter DB Vorzugsvariante
Außerdem finden regelmäßig Informationsabende, Dialogforen oder Workshops statt. Die jeweiligen Präsentationen zu den Veranstaltungen stehen zum Herunterladen zur Verfügung.

