Informationen zur aktuellen Entwicklung des Corona-Virus in Bruchsal

Aufgrund der aktuellen Entwicklung in Sachen Corona-Virus hat die Stadt Bruchsal umfassende Maßnahmen beschlossen. Auf der Informationseite finden Sie alles Wissenswerte speziell für Bruchsal und seine Stadtteile.

Archivale des Monats November

Aktendeckel Straßenbeleuchtung und Werbeprospekt

Der November gilt als „dunkler Monat“ – da ist es gut, wenn ein wenig Beleuchtung uns den Weg ins helle und warme Zuhause zeigt. Archivale des Monats ist deshalb die Akte A 66/2 aus dem Bestand Heidelsheim mit dem Titel „Die Einführung der Straßenbeleuchtung“. Von 1857 bis 1915 reicht die Laufzeit der Akte und der Leser kann erforschen, wie es nach und nach auch in der Nacht heller wurde im Ort. Von den ersten Überlegungen des Gemeinderates über Angebote und Werbebroschüren von Unternehmen aus ganz Deutschland bis hin zu den Schreiben von Anwohnergruppen, die auch für „ihre“ Straße Beleuchtung fordern, reicht der Inhalt. In unserer Rubrik „Bestände“ finden Sie das gesamte Findbuch zum Bestand Heidelsheim und können nach Archivalien zu weiteren interessanten Themen der Ortsgeschichte recherchieren. 

Oktober

Archivale des Monats Oktober

Titelblatt und Goethe-Auszug aus dem Bibliothekskatalog

Am 23. Oktober findet der „Tag der Bibliotheken“ statt. Dazu soll das Archivale des Monats Oktober auf eine der frühesten Leihbibliotheken der Stadt hinweisen: die der „Museumsgesellschaft Bruchsal“. Ihr Name leitete sich ab von den „Museion“, den Heiligtümern der Musen der Antike, den Schutzgöttinnen der Künste. Diesen verbunden fühlte sich das Bildungsbürgertum, deren Mitglieder überall im Land „Museumsgesellschaften“ gründeten, die vor allem als Lese- und Konversationszirkel genutzt wurden. Die „Museumsgesellschaft Bruchsal“ unterhielt eine umfangreiche Leihbibliothek, deren Bestand von 1859 in einem kleinen Katalog überliefert ist. Doch nicht nur in „Göthe’s sämmtlichen Werken“, Charlotte Brontës „Jane Eyre“ (noch unter ihrem Pseudonym „Currer Bell“ im Katalog geführt), Shakespeares Othello oder Hamiltons „Menschen und Sitten in Nordamerika“ konnten sich die Mitglieder hier bilden, regelmäßig wurden in den Gesellschaftsräumen auch abendliche „Tanzkränzchen“ abgehalten und in der Fastnachtszeit sogar große Maskenbälle, über deren Termine die Mitglieder im „Bruchsaler Wochenblatt“ vorab informiert wurden. Hier wurde auch jährlich im Dezember inseriert, wenn die Revision anstand. Dann wurden die „verehrten Mitglieder“ ersucht, alle ausgeliehenen Bücher „an den bestimmten Tagen und Stunden einzuliefern“.

September

Archivale des Monats September

Im September geht die Schule wieder los… da heißt es Schultasche packen, Hefte beschriften, Bücher einbinden und Bleistifte spitzen. Und für viele auch: Schülerticket für die öffentlichen Verkehrsmittel nicht vergessen!               
Dass Bruchsal schon früh ein Schulzentrum für das Umland bildete, machen bereits die Schulberichte des 19. Jahrhunderts deutlich. Die „Oberrealschule“ veröffentlichte in ihren Jahresberichten hinter den Namen der Schüler immer auch deren Wohnort. Neben diesen gebundenen Berichten, die Auskunft über das gesamte Schuljahr geben und eine wertvolle Quelle zur jeweiligen Schulgeschichte sind, gibt es im Sammlungsbestand des Stadtarchivs auch sogenannte „Ephemera“. Damit sind alltägliche Papierprodukte gemeint, die nach Gebrauch eigentlich entsorgt werden, wie Eintrittskarten, Streichholzbriefchen – oder eben Bus- und Bahntickets. Warum es sich lohnt, diese „Wegwerfartikel“ das ein oder andere Mal zu archivieren, zeigt unser Archivale des Monats September. Handflächengroß und aus stabiler Pappe, nur mit dem nötigsten bedruckt und gestempelt – 37 Jahre scheinen noch keine lange Zeit zu sein und doch wirken die Monatskarten von 1983 bereits wie Relikte aus einer anderen Zeit. Wie heute in 16 Minuten kam die Besitzerin der Fahrkarten damals noch nicht von Bruchsal nach Münzesheim, doch war ihr Heimweg immerhin kürzer als der des Schülers Fitz Haffelder, hinter dessen Name im Schulbericht Ende der 1920er der Wohnort „New York“ vermerkt war.

August

Archivale des Monats August

Aktenauszug

Wer die Häuser am Heidelsheimer Marktplatz betrachtet, stößt an einem von ihnen auf eine Gedenktafel, die an den weltberühmten Physiologen und Psychologen Wilhelm Wundt erinnert. Welchen Bezug hatte er zu Heidelsheim und Bruchsal? Ein etwas unscheinbares Schriftstück, das wir diesen Monat in unserer Reihe vorstellen, führt zu des Rätsels Lösung. Der kurze Aktenvermerk vom August 1836 handelt von der Besoldung des neu ernannten evangelischen Pfarrers Maximilian Wundt, der erst kürzlich in Heidelsheim seinen Dienst angetreten hatte. Zu seiner Familie gehörte der vierjährige Sohn Wilhelm, der hier und später auch in Bruchsal einen Teil seiner Schulzeit verbrachte. Nach dem Studium der Medizin, der Psychologie und der Philosophie wurde er zum Begründer der experimentell-naturwissenschaftlichen Psychologie und richtete 1879 an der Universität Leipzig das weltweit erste Institut für diese neue Forschungsdisziplin ein. In seiner 1920 erschienenen Autobiografie berichtet er mehrfach über seine Kindheit und Jugend in Heidelsheim; am 31. August dieses Jahres jährt sich sein Todestag zum 100. Mal.

Juli

Archivale des Monats Juli

Gelände des Städtischen Kindersonnenbads

Ende des Monats beginnen die Sommerferien! Auch wenn in diesem Jahr die örtlichen Ferienprogramme nicht im gleichen Umfang wie sonst angeboten werden können, beteiligt sich das Stadtarchiv mit Workshops zum Thema „Botschaften aus der Vergangenheit: Schätze aus dem Stadtarchiv erkunden“ an der Bruchsaler „Kindersommerakademie“. Auch in früheren Zeiten engagierte sich die Stadt in der Feriengestaltung: Damals stand allerdings weit mehr die gesundheitliche Situation der Stadtkinder im Vordergrund als die Idee, ihnen Einblick in neue Bereiche des Wissens und der Kreativität zu bieten. Die Industrialisierung hatte zu enger Bebauung und hoher Luftverschmutzung in den Städten geführt, die sich negativ auf die Entwicklung und Gesundheit der Stadtkinder auswirkten. Neueste Erkenntnisse zeugten von der gesundheitsfördernden Wirkung von UV-Licht zum Beispiel gegen Rachitis. Gerade den Kindern aus der Arbeiterschicht war eine „Sommerfrische“ aber verwehrt. Deshalb wurde auf Initiative der nach Amerika ausgewanderten Bruchsaler John Bopp und John Öhler das „Städtische Kindersonnenbad“ ins Leben gerufen. Einige der alten Fotos wirken auf den modernen Betrachter befremdlich, dicht an dicht sitzen da die Kinder in der prallen Sonne auf dem Gelände an der Bergstraße; andere zeugen jedoch davon, dass mit Turn- und Tanzangeboten, gemeinsamen Brezelessen und Kindertheateraufführungen den Jungen und Mädchen auch Abwechslung geboten wurde. Zu gern wüssten wir, wie die Kinder selbst es empfunden haben.

Juni

Archivale des Monats Juni

Konzertprogramm, Widmung und Bild des Künstlerduos

„Gästebuch“ steht ganz bescheiden und schlicht auf dem Einband dieses Albums. Wenn man es aber aufschlägt, stellt man fest, dass viel mehr dahintersteckt und dass man beim Blättern in die Welt der internationalen Musikstars entführt wird. Die Rede ist von einem Gästebuch des Bruchsaler Kulturrings. Sämtliche Musikerinnen und Musiker der Schlosskonzerte haben sich hier im Laufe der Jahre mit ihrem jeweiligen Programm, mit Fotos und mit Widmungen verewigt. Ein schöner Einblick in die lokale Musikgeschichte vergangener Jahrzehnte, zumal die Konzertreihe in diesem Jahr ihr 65jähriges Bestehen feiern kann. Die gezeigten Fotos erinnern an den Auftritt des Künstler-Ehepaares Heidi Bung und Kurt Bauer am 25. Juni 1965. Im gleichen Jahr waren sie als Klavierduo Preisträger beim „Internationalen Musikwettbewerb der ARD“. Ihre Konzert-Tourneen führten sie nach Südamerika, Afrika und Australien. Es ist also tatsächlich so: Bei den Bruchsaler Schlosskonzerten waren und sind auch heute immer noch echte Weltstars zu sehen und zu hören.

Mai

Archivale des Monats Mai

Küchenpersonal beim Spargelschälen

Die Spargelsaison hat begonnen! In Bruchsal, als eine der „Spargelhauptstädte Europas“, bilden die weißen Stangen zur Saison April/Mai bis Johannis (24. Juni) ein vertrautes Bild; gerade in früheren Zeiten, als der Warenverkehr noch weniger ausgebaut war, blieb das „königliche Gemüse“ für andere Regionen Deutschlands ein seltener Luxusartikel. Im Direktionskasino wurde den auswärtigen Firmenbesuchern der „Maschinenfabrik Bruchsal AG vormals Schnabel & Henning“ deshalb gerne eingeweckter Spargel serviert. Mit dem Schälen waren die Küchenbediensteten sicher einige Zeit beschäftigt, schlechte Laune schien in diesem Kreis um die Köchin Frau Holländer jedoch nicht aufgekommen zu sein. Das Bild wurde um 1910 aufgenommen und stammt aus der Sammlung Habermann, dessen Stifter Ernst Habermann im „Schnabel & Henning“-Nachfolgebetrieb, den „Vereinigten Eisenbahn Signalwerken“ angestellt war.

April

Archivale des Monats April

handschriftliche Seite aus der Hochzeitszeitung "Der Pantoffel"

Dass Nachlässe wahre Schatzkisten für die verschiedensten und mitunter auch kuriosesten historische Dokumente sind, haben wir bereits in unserem Januarbeitrag dargestellt. Wie der kleine Taschenkalender stammt auch das Archivale des Monats April aus dem Nachlass der Familie Zeiser. Die selbstgemachte (und durch Hektographie vervielfältigte) Hochzeitszeitung „Der Pantoffel - Organ für Heirathslustige und bereits Verheirathete“ aus dem Jahr 1885 zeugt ganz ähnlich unserer heutigen Hochzeitszeitungen von der gegenseitigen Anteilnahme, Zuneigung und auch dem Humor und der Feierfreudigkeit der Menschen. So heißt es in der Rubrik „Familiennachrichten“: „Heute entschlief sanft in den Ehestand der Junggeselle genannt der schöne Wilhelm, was allen Freunden und Bekannten hiermit mitgeteilt wird. Vom Junggesellenverein.“ Und im „Witterungsbericht“: „Thermometer: nah dem Siedepunkt (die älteren Leute wissen sich kaum einer solchen Höhe zu erinnern), Barometer: ewig heiter; Wasserstand: unerhört hoch (in Folge massenhafter Freudentränen)“ 
All diese kleinen Gesten der Zuneigung und Verbundenheit fallen allzu leicht aus dem Bild, das wir uns von der Vergangenheit und den damals lebenden Menschen machen, wenn wir nur die große, weltumspannende politische Geschichte betrachten und das Kleine aus den Augen verlieren. Suchen Sie doch auch bei sich auf dem Dachboden oder im Keller die alten Familiendokumente heraus und tauchen in das Leben ihrer Vorfahren ein.

März

Archivale des Monats März

handgeschriebener Brief

Bruchsal – nicht ohne Grund auch als "Barockstadt" bezeichnet. Vor 300 Jahren entschied Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn, hier im nordbadischen Raum einen geeigneten Ort für seine Residenz gefunden zu haben. Erbaut wurde auf diese Entscheidung folgend das Schloss Bruchsal in seinem markanten barocken Stil. Genau datiert werden kann diese Begebenheit u.a. anhand des hier präsentierten Briefes, den der damals 43-Jährige im März des Jahres 1720 an seinen Bruder schrieb.
 
Die wichtigste Stelle des Schreibens findet sich am Schluss der zweiten Seite (siehe rote Markierung), auf der zu lesen ist: „Ich habe nuhn den orth ausgelesen, wohe meine residentz hinkommen solle, ich habe mein tag kein schönere situation von allem gesehen, es ist zu Bruchsal, ein statt, viel größer als Aschaffenburg, rechdt schön wieder gebauet.“
 
Doch nicht nur die endgültige Entscheidung für eine Residenzansiedelung fiel im März. Der Frühlingsmonat hat die Bruchsaler Geschichte 225 Jahre später ein weiteres Mal maßgeblich geprägt: Bei dem Luftangriff am 1. März 1945 wurde die Stadt schwer getroffen und zu einem Großteil zerstört. Damit einher ging auch der Verlust des Stadtarchivs. In der Nachkriegszeit bemühten sich die Archivpfleger um eine Ersatzüberlieferung. Neben Aufrufen an die Bevölkerung, Bücher, Fotos, Postkarten und andere Dokumente der Stadtgeschichte abzugeben, wurden auch Kopien relevanter Stücke aus anderen Archiven gesammelt. Darunter die Reprografie dieses Briefes aus dem Privatarchiv derer von Schönborn.
 
Beitrag erstellt von unserem Praktikanten Jonathan Hiller

Februar

Archivale des Monats Februar

Gruppe 7 des Festzugs der CroKaGe 1899

Nacheinander nahmen die Gruppen im Ehrenhof des Bruchsaler Schlosses Aufstellung, um sich vom „Photo Atelier Leonhardt“ fotografieren zu lassen. Das Resultat ist eine einzigartige Bildmappe, die die Teilnehmer des Festzugs der „Grossen Carneval-Gesellschaft“ von 1899 dokumentiert. Einige in würdevollem Ernst, andere in ausgelassener Stimmung – so präsentierten sich die Gruppen auf und neben ihren geschmückten Umzugswägen und den Pferde- oder Kuhgespannen in Fantasieuniformen, Clownskostümen und anderen Verkleidungen. Auch Gesellschaftssatire war bereits vertreten: der trinkfreudige Student wurde ebenso aufs Korn genommen wie politisches Zeitgeschehen. Und der majestätisch aussehende Herr, der auf dem Weinfass thront? – Die Vermutung liegt nahe, dass es sich hier um die Symbolfigur Graf Kuno handeln könnte, die auf einem Brusler Fasnachtsumzug natürlich nicht fehlen darf.

Januar

Archivale des Monats Januar

5 cm groß ist der Portmonnaie-Kalender von 1897

Unscheinbar mögen die grauen Schachteln in einem Archivmagazin ja aussehen, doch gerade die Boxen, die Personen- und Familiennachlässe beinhalten, sind wahre Schatzkistchen. Näher als das städtische Verwaltungsschriftgut geben sie einen Einblick in das Alltagsleben der Menschen. So auch der Nachlass der Familie Zeiser, der über mehrere Generationen hinweg unter anderem den Ausbau der Mädchenbildung um die Jahrhundertwende, schwere persönliche Verluste im Ersten Weltkrieg und Denunziationen während der Nazizeit dokumentiert.  
     
Auch die ein oder andere Kuriosität befindet sich in den Kartons, so wie dieser „Portemonnaie-Kalender“ von 1897. Am kunstvoll verzierten Umschlag sind die 123 Jahre seit seinem Druck nicht ganz spurlos vorübergegangen, doch ist ein behutsames Durchblättern des Miniaturbüchleins immer noch möglich. Der innere Aufbau orientiert sich am Kirchenjahr: Heiligen- und Hochfeste sind vermerkt, sodass kein Namenstag vergessen wird. Dass diese in der katholischen Familie Zeiser den Stellenwert eines Geburtstages einnahmen, zeigen die ebenfalls im Nachlass befindlichen Glückwunschkarten, die zu diesen Anlässen bei den Familienmitgliedern eingingen.

Dezember 2019

Archivale des Monats Dezember

gemalte Postkarte von Bruchsaler Wahrzeichen im Schnee

„Correspondenz-Karte“ – unter dieser Bezeichnung kamen die ersten Postkarten im deutschsprachigem Raum auf den Markt, 2019 feierten sie ihren 150. Geburtstag. Zunächst nur für Text und als günstigere Alternative zum Brief gedacht, entdeckten Medienunternehmer des Kaiserreichs schnell, dass sie die Karten der zeitgenössischen Vorliebe für das Visuelle anpassen konnten: bald schon zierten Fotografien und Zeichnungen aller Art die Postkarten. Bis 1905 mussten sich so Bild und Text den Platz auf der Vorderseite teilen – die Rückseite war ausschließlich der Adresse vorbehalten.  
  
Dieser Aufteilung trägt auch unsere Archivale des Monats Dezember mit einer weißen Leerstelle Rechnung. Als „kombinierte Ansichtskarte“ zeigt sie koloriert gezeichnete Sehenswürdigkeiten der Stadt – in pittoresker Schneelandschaft. Sie steht symbolisch für die vielen hundert Postkarten, die sich in den Beständen des Stadtarchivs finden: Geburtstags-, Urlaubs- und Weihnachtsgrüße, kurze Lebenszeichen von Verwandten von außerhalb – oder von der Front. Dazu kommen hundert und mehr Motive, die Bruchsals Wahrzeichen und Straßenzüge vor der Kriegszerstörung dokumentieren. Als polymediale Quelle geben sie in Bild und Text Aufschluss über das facettenreiche Stadtleben.

Kontakt

Herr Thomas Moos
Otto-Oppenheimer-Platz 5
76646 Bruchsal
Telefon 07251/79-708
Fax 07251/79-11708
Öffnungszeiten:

nach Vereinbarung

Gebäude: Rathaus am Otto-Oppenheimer-Platz 5
Aufgaben: Stadtarchiv
Dr. Tamara Frey
Telefon (07251) 79-19 38
Fax (07251) 79-111 938

Sitzungstermine des Gemeinderats