Informationen zur aktuellen Entwicklung des Corona-Virus in Bruchsal

Aufgrund der aktuellen Entwicklung in Sachen Corona-Virus hat die Stadt Bruchsal umfassende Maßnahmen beschlossen. Auf der Informationseite finden Sie alles Wissenswerte speziell für Bruchsal und seine Stadtteile.

Archivale des Monats April

handschriftliche Seite aus der Hochzeitszeitung "Der Pantoffel"

Dass Nachlässe wahre Schatzkisten für die verschiedensten und mitunter auch kuriosesten historische Dokumente sind, haben wir bereits in unserem Januarbeitrag dargestellt. Wie der kleine Taschenkalender stammt auch das Archivale des Monats April aus dem Nachlass der Familie Zeiser. Die selbstgemachte (und durch Hektographie vervielfältigte) Hochzeitszeitung „Der Pantoffel - Organ für Heirathslustige und bereits Verheirathete“ aus dem Jahr 1885 zeugt ganz ähnlich unserer heutigen Hochzeitszeitungen von der gegenseitigen Anteilnahme, Zuneigung und auch dem Humor und der Feierfreudigkeit der Menschen. So heißt es in der Rubrik „Familiennachrichten“: „Heute entschlief sanft in den Ehestand der Junggeselle genannt der schöne Wilhelm, was allen Freunden und Bekannten hiermit mitgeteilt wird. Vom Junggesellenverein.“ Und im „Witterungsbericht“: „Thermometer: nah dem Siedepunkt (die älteren Leute wissen sich kaum einer solchen Höhe zu erinnern), Barometer: ewig heiter; Wasserstand: unerhört hoch (in Folge massenhafter Freudentränen)“ 
All diese kleinen Gesten der Zuneigung und Verbundenheit fallen allzu leicht aus dem Bild, das wir uns von der Vergangenheit und den damals lebenden Menschen machen, wenn wir nur die große, weltumspannende politische Geschichte betrachten und das Kleine aus den Augen verlieren. Suchen Sie doch auch bei sich auf dem Dachboden oder im Keller die alten Familiendokumente heraus und tauchen in das Leben ihrer Vorfahren ein.

März

Archivale des Monats März

handgeschriebener Brief

Bruchsal – nicht ohne Grund auch als "Barockstadt" bezeichnet. Vor 300 Jahren entschied Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn, hier im nordbadischen Raum einen geeigneten Ort für seine Residenz gefunden zu haben. Erbaut wurde auf diese Entscheidung folgend das Schloss Bruchsal in seinem markanten barocken Stil. Genau datiert werden kann diese Begebenheit u.a. anhand des hier präsentierten Briefes, den der damals 43-Jährige im März des Jahres 1720 an seinen Bruder schrieb.
 
Die wichtigste Stelle des Schreibens findet sich am Schluss der zweiten Seite (siehe rote Markierung), auf der zu lesen ist: „Ich habe nuhn den orth ausgelesen, wohe meine residentz hinkommen solle, ich habe mein tag kein schönere situation von allem gesehen, es ist zu Bruchsal, ein statt, viel größer als Aschaffenburg, rechdt schön wieder gebauet.“
 
Doch nicht nur die endgültige Entscheidung für eine Residenzansiedelung fiel im März. Der Frühlingsmonat hat die Bruchsaler Geschichte 225 Jahre später ein weiteres Mal maßgeblich geprägt: Bei dem Luftangriff am 1. März 1945 wurde die Stadt schwer getroffen und zu einem Großteil zerstört. Damit einher ging auch der Verlust des Stadtarchivs. In der Nachkriegszeit bemühten sich die Archivpfleger um eine Ersatzüberlieferung. Neben Aufrufen an die Bevölkerung, Bücher, Fotos, Postkarten und andere Dokumente der Stadtgeschichte abzugeben, wurden auch Kopien relevanter Stücke aus anderen Archiven gesammelt. Darunter die Reprografie dieses Briefes aus dem Privatarchiv derer von Schönborn.
 
Beitrag erstellt von unserem Praktikanten Jonathan Hiller

Februar

Archivale des Monats Februar

Gruppe 7 des Festzugs der CroKaGe 1899

Nacheinander nahmen die Gruppen im Ehrenhof des Bruchsaler Schlosses Aufstellung, um sich vom „Photo Atelier Leonhardt“ fotografieren zu lassen. Das Resultat ist eine einzigartige Bildmappe, die die Teilnehmer des Festzugs der „Grossen Carneval-Gesellschaft“ von 1899 dokumentiert. Einige in würdevollem Ernst, andere in ausgelassener Stimmung – so präsentierten sich die Gruppen auf und neben ihren geschmückten Umzugswägen und den Pferde- oder Kuhgespannen in Fantasieuniformen, Clownskostümen und anderen Verkleidungen. Auch Gesellschaftssatire war bereits vertreten: der trinkfreudige Student wurde ebenso aufs Korn genommen wie politisches Zeitgeschehen. Und der majestätisch aussehende Herr, der auf dem Weinfass thront? – Die Vermutung liegt nahe, dass es sich hier um die Symbolfigur Graf Kuno handeln könnte, die auf einem Brusler Fasnachtsumzug natürlich nicht fehlen darf.

Januar

Archivale des Monats Januar

5 cm groß ist der Portmonnaie-Kalender von 1897

Unscheinbar mögen die grauen Schachteln in einem Archivmagazin ja aussehen, doch gerade die Boxen, die Personen- und Familiennachlässe beinhalten, sind wahre Schatzkistchen. Näher als das städtische Verwaltungsschriftgut geben sie einen Einblick in das Alltagsleben der Menschen. So auch der Nachlass der Familie Zeiser, der über mehrere Generationen hinweg unter anderem den Ausbau der Mädchenbildung um die Jahrhundertwende, schwere persönliche Verluste im Ersten Weltkrieg und Denunziationen während der Nazizeit dokumentiert.  
     
Auch die ein oder andere Kuriosität befindet sich in den Kartons, so wie dieser „Portemonnaie-Kalender“ von 1897. Am kunstvoll verzierten Umschlag sind die 123 Jahre seit seinem Druck nicht ganz spurlos vorübergegangen, doch ist ein behutsames Durchblättern des Miniaturbüchleins immer noch möglich. Der innere Aufbau orientiert sich am Kirchenjahr: Heiligen- und Hochfeste sind vermerkt, sodass kein Namenstag vergessen wird. Dass diese in der katholischen Familie Zeiser den Stellenwert eines Geburtstages einnahmen, zeigen die ebenfalls im Nachlass befindlichen Glückwunschkarten, die zu diesen Anlässen bei den Familienmitgliedern eingingen.

Dezember 2019

Archivale des Monats Dezember

gemalte Postkarte von Bruchsaler Wahrzeichen im Schnee

„Correspondenz-Karte“ – unter dieser Bezeichnung kamen die ersten Postkarten im deutschsprachigem Raum auf den Markt, 2019 feierten sie ihren 150. Geburtstag. Zunächst nur für Text und als günstigere Alternative zum Brief gedacht, entdeckten Medienunternehmer des Kaiserreichs schnell, dass sie die Karten der zeitgenössischen Vorliebe für das Visuelle anpassen konnten: bald schon zierten Fotografien und Zeichnungen aller Art die Postkarten. Bis 1905 mussten sich so Bild und Text den Platz auf der Vorderseite teilen – die Rückseite war ausschließlich der Adresse vorbehalten.  
  
Dieser Aufteilung trägt auch unsere Archivale des Monats Dezember mit einer weißen Leerstelle Rechnung. Als „kombinierte Ansichtskarte“ zeigt sie koloriert gezeichnete Sehenswürdigkeiten der Stadt – in pittoresker Schneelandschaft. Sie steht symbolisch für die vielen hundert Postkarten, die sich in den Beständen des Stadtarchivs finden: Geburtstags-, Urlaubs- und Weihnachtsgrüße, kurze Lebenszeichen von Verwandten von außerhalb – oder von der Front. Dazu kommen hundert und mehr Motive, die Bruchsals Wahrzeichen und Straßenzüge vor der Kriegszerstörung dokumentieren. Als polymediale Quelle geben sie in Bild und Text Aufschluss über das facettenreiche Stadtleben.

November 2019

Archivale des Monats November 2019

Vorderseite eines Fünfzig Milliarden Mark Scheins von 1923
Rückseite eines Fünfzig Milliarden Mark Scheins von 1923

Solche Fünfzig Milliarden Mark-Scheine musste man Anfang November 1923, auf dem Höhepunkt der Hyperinflation in Deutschland, schon mitführen, wenn man seinen Lebensmitteleinkauf besorgen wollte. Und in Berlin hätte man damit nicht einmal eine Straßenbahnfahrt bezahlen können. Doch ob die Hauptstädter mit dieser speziellen Note überhaupt etwas hätten anfangen können? Städte und auch private Firmen gingen während des Geldverfalls dazu über, Notgeldscheine herauszugeben und zu drucken und wählten dazu lokale Motive. Dieser Schein, unterschrieben vom damaligen Oberbürgermeister Dr. Karl Meister, trägt neben zwei Bruchsaler Wahrzeichen, dem Gefängnis und der legendären Symbolfigur Graf Kuno, auch eine selbstironische Note. Mit Referenz auf das Gedicht um den „Brusler Dorscht“ wird auf die finanzpolitische Lage angespielt und das stetige Drucken eigentlich wertloser Geldscheine mit dem unvernünftigen Verhalten des „Grafen vom Kraichgau“ verglichen. Am 15. November 1923 beendete eine Währungsreform die Inflation, einige der kuriosen Notgeldscheine blieben als Sammlungsgut erhalten. 

Oktober 2019

Archivale des Monats Oktober 2019

Rückseite eines Fünfzig Milliarden Mark Scheins von 1923

Ein Buch als Archivale des Monats? Obwohl alte Bücher nicht zum eigentlichen Metier eines Archivs gehören, ist dieses Stück eine Bereicherung für die Bestände des Stadtarchivs, denn dieses Exemplar seines „Praktischen Kommentars zur Biblischen Geschichte“ hat der am 7. Oktober 1919 zum Ehrenbürger ernannte Weihbischof Dr. Justus Knecht (1839-1921) mit einer persönlichen Widmung versehen. Das Buch ist durch sein sogenanntes „Autograph“ zum Unikat geworden, bringt es uns doch durch die persönlichen Worte in eigener Handschrift auf andere Art dem Verfasser näher als die gedruckten 889 Seiten. Und auch die Empfängerin der Glückwünsche hat in der Geschichte Bruchsals besondere Spuren hinterlassen: Johanna Zeiser, Tochter der ersten weiblichen Stadträtin Anna Zeiser, war von 1919-1922 sowie 1947-1956 selbst im Stadtrat und arbeitete am Ausbau beruflicher Weiterbildungsmöglichkeiten für junge Frauen.
 

September 2019

Archivale des Monats September 2019

Schüler am Friedrichsplatz

Zum Schulanfang tummeln sich wieder hunderte Schülerinnen und Schüler vor den Bruchsaler Schulen. Nicht viel anders war es 1933, als diese Fotographie aus einem Schulfenster der „Buweschul“, dem ersten dreigeschossigen Schulgebäude der Stadt entstanden ist. Es scheint direkt nach Schulschluss zu sein, die Jungen in ihren kurzen Hosen machen sich auf den Heimweg. Rechts ist das Gebäude der Mozartschule zu sehen, die als städtische Höhere Töchterschule fungierte. Die Hebelschule, ebenfalls eine Mädchenlehranstalt und zwischen Mozartschule und Stadtkirche gelegen, komplettierte das historische Schulzentrum am Friedrichsplatz.

Kontakt

Herr Thomas Moos
Otto-Oppenheimer-Platz 5
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Fax 07251/79-11708
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Aufgaben: Stadtarchiv

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