Informationen zur aktuellen Entwicklung des Corona-Virus in Bruchsal

Aufgrund der aktuellen Entwicklung in Sachen Corona-Virus hat die Stadt Bruchsal umfassende Maßnahmen beschlossen. Auf der Informationseite finden Sie alles Wissenswerte speziell für Bruchsal und seine Stadtteile.

Archivale des Monats März

Colorierte Postkarte des Altbaus Fürst Stirum Klinik

Für den März haben wir eine historische Ansichtskarte ausgewählt, die den historischen A-Bau des Bruchsaler Krankenhauses zeigt. Mit ihr wollen wir an den Namensgeber der Klinik erinnern, dessen Geburtstag sich in diesem Monat zum 300. Mal jährt – Damian August von Limburg-Stirum. Der dritte und zugleich vorletzte Bruchsaler Fürstbischof erblickte am 16. März 1721 das Licht der Welt. Als Nachgeborener war er wohl schon früh für eine geistliche Laufbahn bestimmt. Das sollte auch kein Problem sein, war er doch ein Neffe des einflussreichen Kirchenfürsten Damian Hugo von Schönborn. Und so wurde er 1770 dessen Nach-Nachfolger und herrschte bis zu seinem Tod im Jahre 1797 über sein kleines Reich. Laut Zeitgenossen war er ein oftmals mürrischer und jähzorniger Mensch, was vielleicht auch auf die schweren Depressionen zurückzuführen war, die ihn immer wieder heimsuchten. Gleichwohl war er laut seinem Biografen Jakob Wille auch „ein Schenker im großen Stil“. So stiftete er beispielsweise 1777 für die Bruchsaler Bevölkerung ein Spital, das bis auf den heutigen Tag existiert und den Namen „Fürst-Stirum-Klinik“ trägt. Darüber hinaus sind in Bruchsal auch noch eine Schule und eine Straße nach ihm benannt.

Februar

Archivale des Monats Februar

Das Fastnachtsleben in diesem Jahr ist weitgehend ausgesetzt – nutzen wir die Zeit, um zu erkunden, wie vor über 170 Jahren in der Stadt gefeiert wurde.

Zum „Wolf“ oder zum „Hirsch“, da mussten sich die Fastnachtsgänger des Jahres 1845 entscheiden, denn beide Gasthäuser veranstalteten am Fastnachtsdienstag ihre Maskenbälle. Bereits zwei Tage früher konnten geladene Gäste den Maskenball am Reserve-Schlösschen begehen. Damit die Aufmerksamkeit auch der flüchtigsten Leser des Wochenblattes an den Anzeigen hängen blieb, waren sie mit kleinen Bildchen,in der Fachsprache „Klischees“ genannt, versehen, die den Inhalt der Anzeigen, in diesem Fall Tanzveranstaltungen, einer Kategorie zuordneten. Auch durch ein gesperrtes Schriftbild wie in der Anzeige dazwischen, in der ein fahrender "Operateur" chirurgische Dienste anbietet, konnten die Blicke der Leser in den Bleiwüsten der damaligen Zeitungen gelenkt werden. Veranstaltungen, Verkaufsangebote, Auswanderungen und Versteigerungen – wie auf einem Marktplatz ging es im Anzeigenteil des "Bruchsaler Wochenblattes" zu - eine ergiebige Quelle für das Leben der Stadtbevölkerung in der Mitte des 19. Jahrhunderts.


Januar

Archivale des Monats Januar

Neujahrsgrüße bildeten ein festes Ritual im jährlichen Korrespondenzverkehr. Ebenso beliebt wie Weihnachtskarten wurden sie im Familien- und Bekanntenkreis verschickt, wenn man die Grüße nicht bei einem persönlichen Besuch übermitteln konnte. Die Karte hier stammt aus dem Nachlass der Familie Diemer. Der Empfänger Emil Diemer erforschte detailliert die Stammbäume seiner Familienzweige und nahm mit bisher unbekannten Verwandten Kontakt auf. Jeden Brief und jede Postkarte, die er erhielt sammelte er und bewahrte sie jahresweise gebündelt auf. Jugendstilornamente sprechen von der Entstehungszeit der Karte, zu erahnen sind die Poststempel, die von der Rückseite durchdrücken. 

Dezember

Archivale des Monats Dezember

aufgeklebter Verordnung zum Abbrennen von Feuerwerkskörpersn

Der Gebrauch von Feuerwerken und Knallkörpern ist immer gefährlich, nicht umsonst wird alljährlich zum Jahreswechsel die richtige Handhabung angemahnt. Doch nicht erst in unseren Tagen ist dies ein Thema, schon vor 90 Jahren wurden entsprechende Hinweise und Anordnungen veröffentlicht wie unser Fundstück des Monats Dezember zeigt. Der badische Innenminister selbst erläutert die entsprechenden Bestimmungen aus dem Reichsstrafgesetzbuch und erinnert an das Einschreiten der „Polizei- und Sicherheitsorgane“ bei etwaigen Missachtungen der geltenden Vorgaben.
Interessant sind auch die handschriftlichen Vermerke des Ratsdieners Eberle aus Heidelsheim: Ausgeschellt und angeschlagen wurden die Verkündigungen am 16. Dez[em]b[e]r 1930, abgenommen dann am 2. Januar 1930, wobei beim letzten Datum sicherlich 1931 gemeint war. Aber auch der Ratsdiener musste sich erst daran gewöhnen, dass jetzt ein neues Jahr begonnen hatte.

November

Archivale des Monats November

Aktendeckel Straßenbeleuchtung und Werbeprospekt

Der November gilt als „dunkler Monat“ – da ist es gut, wenn ein wenig Beleuchtung uns den Weg ins helle und warme Zuhause zeigt. Archivale des Monats ist deshalb die Akte A 66/2 aus dem Bestand Heidelsheim mit dem Titel „Die Einführung der Straßenbeleuchtung“. Von 1857 bis 1915 reicht die Laufzeit der Akte und der Leser kann erforschen, wie es nach und nach auch in der Nacht heller wurde im Ort. Von den ersten Überlegungen des Gemeinderates über Angebote und Werbebroschüren von Unternehmen aus ganz Deutschland bis hin zu den Schreiben von Anwohnergruppen, die auch für „ihre“ Straße Beleuchtung fordern, reicht der Inhalt. In unserer Rubrik „Bestände“ finden Sie das gesamte Findbuch zum Bestand Heidelsheim und können nach Archivalien zu weiteren interessanten Themen der Ortsgeschichte recherchieren. 

Oktober

Archivale des Monats Oktober

Titelblatt und Goethe-Auszug aus dem Bibliothekskatalog

Am 23. Oktober findet der „Tag der Bibliotheken“ statt. Dazu soll das Archivale des Monats Oktober auf eine der frühesten Leihbibliotheken der Stadt hinweisen: die der „Museumsgesellschaft Bruchsal“. Ihr Name leitete sich ab von den „Museion“, den Heiligtümern der Musen der Antike, den Schutzgöttinnen der Künste. Diesen verbunden fühlte sich das Bildungsbürgertum, deren Mitglieder überall im Land „Museumsgesellschaften“ gründeten, die vor allem als Lese- und Konversationszirkel genutzt wurden. Die „Museumsgesellschaft Bruchsal“ unterhielt eine umfangreiche Leihbibliothek, deren Bestand von 1859 in einem kleinen Katalog überliefert ist. Doch nicht nur in „Göthe’s sämmtlichen Werken“, Charlotte Brontës „Jane Eyre“ (noch unter ihrem Pseudonym „Currer Bell“ im Katalog geführt), Shakespeares Othello oder Hamiltons „Menschen und Sitten in Nordamerika“ konnten sich die Mitglieder hier bilden, regelmäßig wurden in den Gesellschaftsräumen auch abendliche „Tanzkränzchen“ abgehalten und in der Fastnachtszeit sogar große Maskenbälle, über deren Termine die Mitglieder im „Bruchsaler Wochenblatt“ vorab informiert wurden. Hier wurde auch jährlich im Dezember inseriert, wenn die Revision anstand. Dann wurden die „verehrten Mitglieder“ ersucht, alle ausgeliehenen Bücher „an den bestimmten Tagen und Stunden einzuliefern“.

September

Archivale des Monats September

Im September geht die Schule wieder los… da heißt es Schultasche packen, Hefte beschriften, Bücher einbinden und Bleistifte spitzen. Und für viele auch: Schülerticket für die öffentlichen Verkehrsmittel nicht vergessen!               
Dass Bruchsal schon früh ein Schulzentrum für das Umland bildete, machen bereits die Schulberichte des 19. Jahrhunderts deutlich. Die „Oberrealschule“ veröffentlichte in ihren Jahresberichten hinter den Namen der Schüler immer auch deren Wohnort. Neben diesen gebundenen Berichten, die Auskunft über das gesamte Schuljahr geben und eine wertvolle Quelle zur jeweiligen Schulgeschichte sind, gibt es im Sammlungsbestand des Stadtarchivs auch sogenannte „Ephemera“. Damit sind alltägliche Papierprodukte gemeint, die nach Gebrauch eigentlich entsorgt werden, wie Eintrittskarten, Streichholzbriefchen – oder eben Bus- und Bahntickets. Warum es sich lohnt, diese „Wegwerfartikel“ das ein oder andere Mal zu archivieren, zeigt unser Archivale des Monats September. Handflächengroß und aus stabiler Pappe, nur mit dem nötigsten bedruckt und gestempelt – 37 Jahre scheinen noch keine lange Zeit zu sein und doch wirken die Monatskarten von 1983 bereits wie Relikte aus einer anderen Zeit. Wie heute in 16 Minuten kam die Besitzerin der Fahrkarten damals noch nicht von Bruchsal nach Münzesheim, doch war ihr Heimweg immerhin kürzer als der des Schülers Fitz Haffelder, hinter dessen Name im Schulbericht Ende der 1920er der Wohnort „New York“ vermerkt war.

August

Archivale des Monats August

Aktenauszug

Wer die Häuser am Heidelsheimer Marktplatz betrachtet, stößt an einem von ihnen auf eine Gedenktafel, die an den weltberühmten Physiologen und Psychologen Wilhelm Wundt erinnert. Welchen Bezug hatte er zu Heidelsheim und Bruchsal? Ein etwas unscheinbares Schriftstück, das wir diesen Monat in unserer Reihe vorstellen, führt zu des Rätsels Lösung. Der kurze Aktenvermerk vom August 1836 handelt von der Besoldung des neu ernannten evangelischen Pfarrers Maximilian Wundt, der erst kürzlich in Heidelsheim seinen Dienst angetreten hatte. Zu seiner Familie gehörte der vierjährige Sohn Wilhelm, der hier und später auch in Bruchsal einen Teil seiner Schulzeit verbrachte. Nach dem Studium der Medizin, der Psychologie und der Philosophie wurde er zum Begründer der experimentell-naturwissenschaftlichen Psychologie und richtete 1879 an der Universität Leipzig das weltweit erste Institut für diese neue Forschungsdisziplin ein. In seiner 1920 erschienenen Autobiografie berichtet er mehrfach über seine Kindheit und Jugend in Heidelsheim; am 31. August dieses Jahres jährt sich sein Todestag zum 100. Mal.

Juli

Archivale des Monats Juli

Gelände des Städtischen Kindersonnenbads

Ende des Monats beginnen die Sommerferien! Auch wenn in diesem Jahr die örtlichen Ferienprogramme nicht im gleichen Umfang wie sonst angeboten werden können, beteiligt sich das Stadtarchiv mit Workshops zum Thema „Botschaften aus der Vergangenheit: Schätze aus dem Stadtarchiv erkunden“ an der Bruchsaler „Kindersommerakademie“. Auch in früheren Zeiten engagierte sich die Stadt in der Feriengestaltung: Damals stand allerdings weit mehr die gesundheitliche Situation der Stadtkinder im Vordergrund als die Idee, ihnen Einblick in neue Bereiche des Wissens und der Kreativität zu bieten. Die Industrialisierung hatte zu enger Bebauung und hoher Luftverschmutzung in den Städten geführt, die sich negativ auf die Entwicklung und Gesundheit der Stadtkinder auswirkten. Neueste Erkenntnisse zeugten von der gesundheitsfördernden Wirkung von UV-Licht zum Beispiel gegen Rachitis. Gerade den Kindern aus der Arbeiterschicht war eine „Sommerfrische“ aber verwehrt. Deshalb wurde auf Initiative der nach Amerika ausgewanderten Bruchsaler John Bopp und John Öhler das „Städtische Kindersonnenbad“ ins Leben gerufen. Einige der alten Fotos wirken auf den modernen Betrachter befremdlich, dicht an dicht sitzen da die Kinder in der prallen Sonne auf dem Gelände an der Bergstraße; andere zeugen jedoch davon, dass mit Turn- und Tanzangeboten, gemeinsamen Brezelessen und Kindertheateraufführungen den Jungen und Mädchen auch Abwechslung geboten wurde. Zu gern wüssten wir, wie die Kinder selbst es empfunden haben.

Juni

Archivale des Monats Juni

Konzertprogramm, Widmung und Bild des Künstlerduos

„Gästebuch“ steht ganz bescheiden und schlicht auf dem Einband dieses Albums. Wenn man es aber aufschlägt, stellt man fest, dass viel mehr dahintersteckt und dass man beim Blättern in die Welt der internationalen Musikstars entführt wird. Die Rede ist von einem Gästebuch des Bruchsaler Kulturrings. Sämtliche Musikerinnen und Musiker der Schlosskonzerte haben sich hier im Laufe der Jahre mit ihrem jeweiligen Programm, mit Fotos und mit Widmungen verewigt. Ein schöner Einblick in die lokale Musikgeschichte vergangener Jahrzehnte, zumal die Konzertreihe in diesem Jahr ihr 65jähriges Bestehen feiern kann. Die gezeigten Fotos erinnern an den Auftritt des Künstler-Ehepaares Heidi Bung und Kurt Bauer am 25. Juni 1965. Im gleichen Jahr waren sie als Klavierduo Preisträger beim „Internationalen Musikwettbewerb der ARD“. Ihre Konzert-Tourneen führten sie nach Südamerika, Afrika und Australien. Es ist also tatsächlich so: Bei den Bruchsaler Schlosskonzerten waren und sind auch heute immer noch echte Weltstars zu sehen und zu hören.

Mai

Archivale des Monats Mai

Küchenpersonal beim Spargelschälen

Die Spargelsaison hat begonnen! In Bruchsal, als eine der „Spargelhauptstädte Europas“, bilden die weißen Stangen zur Saison April/Mai bis Johannis (24. Juni) ein vertrautes Bild; gerade in früheren Zeiten, als der Warenverkehr noch weniger ausgebaut war, blieb das „königliche Gemüse“ für andere Regionen Deutschlands ein seltener Luxusartikel. Im Direktionskasino wurde den auswärtigen Firmenbesuchern der „Maschinenfabrik Bruchsal AG vormals Schnabel & Henning“ deshalb gerne eingeweckter Spargel serviert. Mit dem Schälen waren die Küchenbediensteten sicher einige Zeit beschäftigt, schlechte Laune schien in diesem Kreis um die Köchin Frau Holländer jedoch nicht aufgekommen zu sein. Das Bild wurde um 1910 aufgenommen und stammt aus der Sammlung Habermann, dessen Stifter Ernst Habermann im „Schnabel & Henning“-Nachfolgebetrieb, den „Vereinigten Eisenbahn Signalwerken“ angestellt war.

April

Archivale des Monats April

handschriftliche Seite aus der Hochzeitszeitung "Der Pantoffel"

Dass Nachlässe wahre Schatzkisten für die verschiedensten und mitunter auch kuriosesten historische Dokumente sind, haben wir bereits in unserem Januarbeitrag dargestellt. Wie der kleine Taschenkalender stammt auch das Archivale des Monats April aus dem Nachlass der Familie Zeiser. Die selbstgemachte (und durch Hektographie vervielfältigte) Hochzeitszeitung „Der Pantoffel - Organ für Heirathslustige und bereits Verheirathete“ aus dem Jahr 1885 zeugt ganz ähnlich unserer heutigen Hochzeitszeitungen von der gegenseitigen Anteilnahme, Zuneigung und auch dem Humor und der Feierfreudigkeit der Menschen. So heißt es in der Rubrik „Familiennachrichten“: „Heute entschlief sanft in den Ehestand der Junggeselle genannt der schöne Wilhelm, was allen Freunden und Bekannten hiermit mitgeteilt wird. Vom Junggesellenverein.“ Und im „Witterungsbericht“: „Thermometer: nah dem Siedepunkt (die älteren Leute wissen sich kaum einer solchen Höhe zu erinnern), Barometer: ewig heiter; Wasserstand: unerhört hoch (in Folge massenhafter Freudentränen)“ 
All diese kleinen Gesten der Zuneigung und Verbundenheit fallen allzu leicht aus dem Bild, das wir uns von der Vergangenheit und den damals lebenden Menschen machen, wenn wir nur die große, weltumspannende politische Geschichte betrachten und das Kleine aus den Augen verlieren. Suchen Sie doch auch bei sich auf dem Dachboden oder im Keller die alten Familiendokumente heraus und tauchen in das Leben ihrer Vorfahren ein.

Kontakt

Herr Thomas Moos
Otto-Oppenheimer-Platz 5
76646 Bruchsal
Telefon 07251/79-708
Fax 07251/79-11708
Öffnungszeiten:

nach Vereinbarung

Gebäude: Rathaus am Otto-Oppenheimer-Platz 5
Aufgaben: Stadtarchiv
Dr. Tamara Frey
Telefon (07251) 79-19 38
Fax (07251) 79-111 938

Sitzungstermine des Gemeinderats