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Europäischer Tag der jüdischen Kultur am 6. September

Mit kostenfreiem Pendelbus zwischen Bahnhof Bruchsal und jüdischem Friedhof

Foto: Alexander Lang 

Bereits zum 28. Mal findet am Sonntag, 6. September der Europäische Tag der jüdischen Kultur statt, der in rund 30 europäischen Ländern von Spanien bis Polen veranstaltet wird. Seit 2004 beteiligt sich auch die Stadt Bruchsal daran und stellt dabei den eindrucksvollen jüdischen Friedhof auf dem Eichelberg in den Mittelpunkt. Dieser wurde mitten im Dreißigjährigen Krieg angelegt, umfasst heute nach mehreren Ausbaustufen eine Ausdehnung von rund zwei Hektar und besitzt als bedeutendes Kulturdenkmal regionale Bekanntheit. Den schlimmsten Einschnitt erlebte der Friedhof während der NS-Diktatur, als viele Gräber geschändet und ihrer Steine beraubt wurden. Nicht zuletzt durch die Bemühungen der Stadt Bruchsal ist jedoch längst wieder ein würdiger Zustand hergestellt. Zu der Anlage zählt auch eine Gedenkstätte, in die eine Säule der vor über 75 Jahren – während der Pogromnacht vom November 1938 – zerstörten Bruchsaler Synagoge integriert wurde.
 
Am 6. September besteht von 13.30 Uhr bis 17 Uhr die Möglichkeit zur Besichtigung des Friedhofes. Mitglieder des Heimatvereins Untergrombach informieren an verschiedenen Stationen über die historische und rituelle Bedeutung der Anlage. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Männer müssen auf dem Friedhof eine Kopfbedeckung tragen, allgemein wird um angemessene Kleidung für den Besuch gebeten. Mit dem Auto erfolgt die Anfahrt zum jüdischen Friedhof auf dem Eichelberg von der Bundesstraße 3 zwischen Untergrombach und Bruchsal über die Zufahrtsstraße zur General-Dr.-Speidel-Kaserne. Hinweisschilder werden aufgestellt und markieren den Weg. Vom Bahnhof Bruchsal aus verkehrt wieder ein kostenfreier Pendelbus mit Halt am Gewerblichen Bildungszentrum (Ost). Der Bus fährt im Stundentakt, beginnend um 13 Uhr, fünf Minuten später am Bildungszentrum. Die letzte Hinfahrt zum Friedhof ist auf 16 Uhr terminiert. Jeweils 15 Minuten vor der vollen Stunde fährt der Bus zurück zum Bruchsaler Bahnhof (13.45 Uhr, 14.45 Uhr, 15.45 Uhr) sowie – als letzte Rückfahrtmöglichkeit – um 17.15 Uhr.
 
Am Abend um 19 Uhr findet eine Podiumsdiskussion im Vinzenziussaal der Seelsorgeeinheit Bruchsal St. Vinzenz (Josef-Kunz-Straße 4) statt. Gemeinsam erinnern sich Bruchsals Oberbürgermeister a.D. Bernd Doll und Prof. Dr. Johannes Ehmann im Gespräch mit dem Journalisten Dr. Alexander Lang aus der Distanz von fast vier Jahrzehnten an ein Ereignis in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1988, dem fünfzigsten Jahrestag der Zerstörung der deutschen Synagogen in der Pogromnacht von 1938. Mit einem ursprünglich vom alten jüdischen Friedhof in Obergrombach stammenden Grabstein wurde damals die Tür zum Rathaus in Bruchsal blockiert. Der Stein war ein Fund aus einem Hohlweg, in dem Handlanger des NS-Regimes im Jahr 1939 rund 850 jüdische Grabdenkmale verbaut hatten. Anmeldung erforderlich: Kultur@bruchsal.de, Tel. 07251-79-380