Objekt des Monats Oktober
Eisenmesser
Der Rücken des einseitigen Eisenmesser ist schwach gebogen. Der obere Abluss der Klinge weisst beiderseits eine Eisenbänderung auf. Die Klinge ist abgebrochen. An dem am Griff haftenden Grobkies und Mangan ist abzulesen, dass das Messer im offenen Rheinstrom lag. Auch die glatte Wasserpatina spricht für den beständigen Wasserfluss über die Metallfläche.
Immer wieder werden solche Objekte in Baggerseen gefunden. In der Rheinebene haben sich in der Eiszeit Sedimente an den Flussterrassen abgelagert, aus denen heute Sand und Kies aus großen Tiefen gewonnen wird. Spätestens bei der Reinigung des Aushubs können fossile oder andere Funde zu Tage treten. In den Sand und Kiesablagerungen des Rhein sind Zeugnisse verschiedenster Lebensräume und Zeitalter zu finden. Zum Beispiel aus der Römerzeit. So auch das ausgestellten Eisenmessers. Unter Kaiser Julian wurde der Rhein mit über 600 Schiffen befahren. Sie dienten als Transportmittel für Waren zur Versorgung der Provinzen. Die Flotillen waren Grundlage zum mobileren und schnelleren Einsatz von Truppen und zu ihrer Versorgung mit Lebensmitteln. Seit dem 3. Jh. ist der Rhein Grenzfluss und dient als Verteidigungslinie. Auf Patrouillenfahrten bieten die Legionäre Händlern gut bezahlten Begleitschutz. Wrackfunde belegen nicht nur die hervorragende Schiffsbaukunst der Römer, sondern bezeugen auch das die Schifffahrt auf dem Rhein Gefahren barg. Vielleicht gelangte das gezeigte Eisenmesser bei einer Schiffshavarie in den Rhein, oder bei einem Piratenüberfall. Vielleicht wurde es einem Fischer beim Putzen des Fangs von den Wellen aus der Hand gerissen.
Das Messer wurde 1980 von einem Sand- und Kieswerkbesitzer gefunden.
