Wolfgang Thiel: „Das Narrenschiff.“

Graf-Kuno-Denkmal am Otto-Oppenheimer-Platz

Wolfgang Thiel bei der Einweihung des Graf Kuno Denkmals, September 2020

Im Jahr 2013 entstand die Idee, ein Denkmal für die Fasnacht und deren Symbolfigur Graf Kuno zu setzen. Und somit auch für ihren „Erfinder“ Otto Oppenheimer (1875-1951), der im Dritten Reich von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und mit seiner Familie in die USA fliehen musste. Angeregt hat das Projekt der zwischenzeitlich verstorbene Ehrenpräsident der Bruchsaler Großen Karnevals Gesellschaft, Michael Tinz. Umgesetzt wurde das Projekt als mehrteiliges Ensemble mit Majolika-Fliesen auf Beton-Stelen von dem Stuttgarter Künstler Wolfgang Thiel (*1951).
 
Die einzelnen Stelen des vielschichtigen Kunstwerks erzählen mit der Geschichte der Familie Oppenheimer zugleich ein Stück Stadtgeschichte und vereinen auf komplexe Weise mehrere Erinnerungsebenen: An den im NS-Staat verfemten Otto Oppenheimer, dem Bruchsal seine Hymne „Brusler Dorscht“ zu verdanken hat; den legendären Graf Kuno; die wilden Zwanziger Jahre; und die darauffolgende Ernüchterung. Vieles dabei unmittelbar eingängig und visuell überzeugend gestaltet.
 
Zugleich nimmt Thiel inhaltlich Bezug auf das „Narrenschiff“ des spätmittelalterlichen Humanisten Sebastian Brand – so weist das Kunstwerk viele Bezüge zum Fasching auf und hat die Form eines Schiffes mit Segeln.
 
Finanziert wurde das Kunstwerk am Otto-Oppenheimer-Platz aus Spendengeldern, ohne die eine Realisierung nicht möglich gewesen wäre. Hinzu kamen umfangreiche Sachspenden. Im April 2020 sollte die feierliche Enthüllung des Werkes stattfinden, musste jedoch wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Ende September 2020 wurde es schließlich enthüllt. „Das Schicksal der jüdischen Familie Oppenheimer hat mich sechs Jahre lang beschäftigt“, erklärte der Künstler Wolfgang Thiel bei dieser Gelegenheit.

Rede von Kunsthistoriker Dr. Ulrich Simon (208 KB) (gehalten am 20. September 2020)

Rede von Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick (437 KB) (gehalten am 20. September 2020)

Verwirklicht wurde das Denkmal dank der Unterstützung von zahlreichen Spenderinnen und Spendern.  (332 KB)

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