Tag des offenen Denkmals 2022

Führungen, Ausstellungen, Besichtigungen am 11. September

Belvedere spiegelt sich im Wasser
Auch das barocke Schießhaus der Fürstbischöfe von Speyer aus dem 18. Jahrhundert kann am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden. Foto: Hans-Peter Safranek

Zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, bietet Bruchsal wieder – wie stets seit fast 20 Jahren – ein umfangreiches ganztägiges Veranstaltungsprogramm mit zahlreichen kostenfreien Besichtigungsmöglichkeiten und eigens zu diesem Anlass ausgearbeiteten Führungen. Dabei wird auch das von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vorgegebene diesjährige Schwerpunktthema „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ aufgegriffen.

Programm in der Kernstadt

Darstellung eines Engels und fünf Figuren von Menschen
Die kleine Kapelle „Heiliges Grab“ in der Huttenstraße ist ein seltenes Beispiel für Malerei zwischen Jugendstil und Art déco in Bruchsal. Foto: Thomas Adam

In Bruchsal lassen sich auf dem fußläufigen Weg zwischen Belvedere und Peterskirche insgesamt sieben verschiedene Baudenkmale kennenlernen. Informationen und Kurzführungen werden vor Ort angeboten. 

Von 12 bis 18 Uhr zu besichtigen sind das im Stil der damaligen China-Mode ausgestaltete barocke Schießhaus „Belvedere“ am Stadtgarten (Adolf-Bieringer-Straße, nahe Hausnr. 18) und die Kapelle „Heiliges Grab“ (neben Huttenstraße 42 A), ein seltenes Beispiel für Malerei zwischen Jugendstil und Art déco in Bruchsal. Ebenso Tür und Tor öffnen am 11. September das sehenswerte kleine Schuhmacherhaus mit historischer Werkstatt und Ausstellung (Klosterstraße 32) und als vielleicht winzigstes Museum im Land das Graf-Kuno-Museum im neugotischen Weinberghäuschen am oberen Ende der Andreasstaffel (Adolf-Bieringer-Straße, nahe Hausnr. 18).

Eingangstür und Schild des Schuhmacher-Rill-Hauses
Das kleine Schuhmacherhaus in der Klosterstraße birgt eine historische Werkstatt und eine Ausstellung. Foto: Max Trinter

Fünftes im Bunde der fußläufig erreichbaren Baudenkmale ist die eindrucksvolle Barockkirche St. Peter (Peter-und-Paul-Straße 59). Nach einem Brandanschlag im Januar 2017 müssen Raumschale, Ausstattung und Orgeln gereinigt werden. Die besondere Situation dieser umfassenden Renovierung stellt der Förderverein zur Erhaltung von St. Peter in den Mittelpunkt seines diesjährigen Angebots. Ebenfalls von 12 bis 18 gibt es hier Informationen zu dieser denkmalpflegerischen Großaufgabe, und jeweils um 13, 15 und 17 Uhr werden Führungen angeboten. Auch Getränke werden bei schönem Wetter auf dem Kirchenvorplatz durch das Gemeindeteam St. Peter angeboten.

Innenraum des Museums
Das Graf-Kuno-Museum ist das vielleicht winzigste Museum in ganz Baden-Württemberg und widmet seine kleine Ausstellung der legendären Bruchsaler Fasnachtsgestalt. Foto: Hans-Peter Safranek

Zu einer Entdeckungstour ebenfalls zum Thema „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ lädt die Bruchsaler Gästeführerin Gertrud Brückmann in die Hofkirche St. Damian und St. Hugo (Schlossareal, Schönbornstraße, Treffpunkt am Haupteingang der Kirche) und deren Außenbereich ein. Auf einer Reise in die Vergangenheit der Stadtkirche, um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr werden Steine und Geschichtszeugen lebendig werden. Dabei wird auch die Frage im Raum stehen, welche Spuren sie im Laufe der Jahrhunderte hinterlassen haben und wie sie heute noch die Gegenwart prägen.

Schloss Bruchsal

Jeweils einstündige Führungen unter dem Titel „Schloss Bruchsal – Denkmalpflege nach 1945" finden um 13 und 15 Uhr im Barockschloss Bruchsal (Schönbornstraße) statt. Die Aufgabe der Denkmalpflege ist es Bau-, Boden- und Gartendenkmale für kommende Generationen zu bewahren und vor Beschädigung oder Zerstörung zu schützen. Am Tag des offenen Denkmals werden einige dieser aufgaben beleuchtet; dabei wird auch das ansonsten nicht offen zugängliche Lapidarium besucht.

Die Karten für diese Führungen können ab 1. September 2022 an der Schlosskasse abgeholt werden. Wer eine Karte erhalten hat, erhält neben der kostenlosen Teilnahme an der Führung auch kostenlosen Tageseintritt, die anderen Gäste zahlen für diesen Tag den regulären Eintritt.

Programm in den Stadtteilen

Büchenau

Auch sämtliche Stadtteile sind in diesem Jahr wieder mit attraktiven Angeboten vertreten. So ist in Büchenau im Zeitraum von 13 bis 17 Uhr die im Alten Schulhaus (Gustav-Laforsch-Straße 27) eingerichtete und durch den engagierten Arbeitskreis Ortsgeschichte betreute Heimatkundliche Sammlung zu besichtigen. Als private Sammlung orts- und handwerksgeschichtlicher Objekte ermöglicht sie eine Begegnung mit alten Kulturtechniken aus Landwirtschaft, Haushalt und Gewerbe.

Heidelsheim

Von 14 bis 17 Uhr ist das 1970 gegründete Heimatmuseum Heidelsheim im barocken Stadttor (Merianstraße 9, Ostseite Marktplatz) zur Besichtigung geöffnet. 

Um 17 Uhr findet in der Halle des TV Heidelsheim, Am Stadion 3, Bruchsal-Heidelsheim der Vortrag und Buchvorstellung mit Dr. Jürgen Treffeisen statt: „Otto Härdle (1900-1978) als Heidelsheimer Heimatforscher, Denkmalpfleger und Naturliebhaber“
 
Und um 19:30 Uhr nimmt uns Nachtwächter Julius Metzger mit auf einen ein- bis anderthalbstündigen Rundgang, gestartet wird kostenfrei und ohne Anmeldung am Marktbrunnen in Heidelsheim  Führung mit Nachtwächter Julius Metzger. 

Helmsheim

Im direkt benachbarten Helmsheim lädt Stadtführer Maic Lindenfelser um 14 Uhr ein zu „KulturSpur“: Rundgang durch Helmsheim. Treffpunkt des rund 1,5-stündigen Rundgang ist der Dorfplatz bei der Verwaltungsstelle, Kurpfalzstr. 58.

Obergrombach

Ein kunstgeschichtliches Kleinod ist die spätgotische Burgkapelle Obergrombach (Brunnenstraße 7) mit ihren Wandfresken zur Heils-, Passions- und Märtyrergeschichte aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Im 19. Jahrhundert diente sie zeitweilig der jüdischen Gemeinde als Synagoge. Unter dem Titel „Die Edukation der Christen zwischen Himmel und Hölle“ bieten Mitglieder des Heimatvereins Obergrombach in der Zeit zwischen 13 und 17 Uhr Führungen im Halbstundentakt an. Um eine Spende wird gebeten.

Untergrombach

Von 11 Uhr bis 17 Uhr das Firstsäulenständerhaus und Heimatmuseum Untergrombach geöffnet (Obergrombacher Straße 32), Mitglieder des örtlichen Heimatvereins bieten Führungen nach Bedarf. Das denkmalgeschützte zweigeschossige Fachwerkhaus – ältestes seiner Art im Kraichgau –, dessen Ursprünge auf das Jahr 1428 zurückreichen, birgt im 2017 neu konzeptionierten Heimatmuseum zahlreiche Exponate über die Michelsberger Kultur in der Steinzeit, den Bauernführer Joß Fritz, zur Tabakindustrie und zu Lebensgewohnheiten im 19. Jahrhundert.

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