Informationen zur aktuellen Entwicklung des Corona-Virus in Bruchsal

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Das Neujahrskonzert mit dem Mannheimer Stamitz-Orchester

Stamitz-Vorsitzender Klaus Giebels im Gespräch

Gruppenfoto des Mannheimer Stamitz-Orchesters
Das Mannheimer Stamitz-Orchester in der Besetzung von 2019, Foto: SOM

„Die Proben für das Neujahrskonzert mussten wir im November leider einstellen“
 
Das Stamitz-Orchester Mannheim kämpft wie alle Vereine mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie / Giebels: „Voller Hoffnung, Mitte des Jahres wieder eine Planung vornehmen zu können“ 
Am Sonntag, 24. Januar, hätte im Bruchsaler Bürgerzentrum zum mittlerweile 17. Mal das traditionelle Neujahrskonzert mit dem Mannheimer Stamitz-Orchester stattgefunden. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie führten jedoch zwangsläufig auch dazu, dass die Veranstaltung in diesem Jahr nicht durchgeführt werden kann. In einem Gespräch berichtet Klaus Giebels, Vorstandsvorsitzender des Orchesters, über die Planungen, Probleme und Perspektiven der Musiker zwischen Frühjahr 2020 und heute.
 
Seit wann hat das Stamitz-Orchester nicht mehr in voller Besetzung geprobt? 
Am 7. März 2020 konnten wir noch unser großes, jährliches Konzert im Rosengarten in Mannheim spielen. Das war großes Glück, denn schon in der folgenden Woche wurden erste Begrenzungen der Besucherzahlen und die Abstandsregelungen eingeführt. Beim ansonsten noch gut besuchten Konzert spiegelte sich die aufziehende Corona-Krise schon in einem deutlich geringeren Verkauf an der Abendkasse wider. Unsere letzte gemeinsame Probe vor dem ersten Lockdown fand dann noch am 12. März 2020 statt.
 
Gab es stattdessen in den Monaten Juni bis Oktober 2020 zumindest Proben einzelner Instrumentengruppen? 
Nach dem ersten Lockdown konnten wir im Juli wieder mit den gemeinsamen Proben beginnen. Zunächst mit den Streichern mit maximal 10, kurz darauf mit 20 Personen und etwas später zusammen mit einzelnen Bläsern. Dabei waren wir durch die erlaubte Höchstzahl von gemeinsam Musizierenden und durch die Abstandsregelungen auch aufgrund der Raumgrößen eingeschränkt. Wir haben den ganzen Sommer durchgehend Proben organisiert und konnten Ende September in Mannheim ein Konzert in Kammerorchesterbesetzung aufführen. Das war natürlich nach einer so langen Pause ein tolles Ereignis für uns Mitwirkende und auch unser Publikum. Im Oktober begannen die Proben für das zu dem Zeitpunkt noch geplante Neujahrskonzert hier in Bruchsal.  Wir mussten diese mit dem erneuten Lockdown im November leider einstellen.
 
Wie viele Probetage wird das Orchester voraussichtlich benötigen, um nach einem so langen Lockdown wieder spielfähig zu sein? 
Das Musizieren erfolgt natürlich auch zu Hause, insbesondere in diesen Zeiten. Dank der individuellen Vorbereitung jedes einzelnen können wir trotz längerer Probenpause sehr rasch wieder in die effektive gemeinsame Probenarbeit starten. Dennoch kann die individuelle Vorbereitung das gemeinsame Musizieren nicht vollständig kompensieren. Ein Orchester lebt eben erst richtig im Zusammenspiel aller Musiker, was wir nur in gemeinsamen Proben üben und praktizieren können. In welchem Zeitraum wir dann „konzertreif“ sind, hängt auch von der Auswahl der gespielten Werke und der Besetzung ab. Bei guter Planung ist ein erstes Konzert aber durchaus nach zwei Monaten wieder realistisch.
 
Wie stehen die Musiker selbst zu den auferlegten Einschränkungen? Wären alle zu gemeinsamen Proben und Auftritten bereit, oder gibt es – gerade in der Risikogruppe – auch Musiker, die derzeit nicht an Proben und Konzerten teilnehmen würden? 
Selbstverständlich gibt es auch in unserem Amateurorchester mit insgesamt über 80 Mitgliedern im Alter zwischen 20 und 80 Jahren Musikerinnen und Musiker, die zu den Risikogruppen zählen. Unsere zwischenzeitlich nach dem ersten Lockdown durchgeführten Proben zeigen, dass ein sehr großer Teil das Bedürfnis hat, die sozialen Kontakte auch im Rahmen des gemeinsamen Musizierens aufrecht zu erhalten und für viele ein ganz wichtiger Termin in der Woche gefehlt hat. Wir haben es mit der gebotenen Vorsicht und dem sehr verantwortungsvollen Vorgehen von Management und Mitgliedern geschafft, trotz der umfangreichen Hygiene- und Abstandsregelungen für uns alle wertvolle und sichere Zusammenkünfte durchzuführen. Selbstverständlich pausieren auch einige Orchestermitglieder seit Frühjahr 2020. Sie werden sicher bei sich bessernder Lage nicht nur aufgrund der jetzt angelaufenen Impfungen im Laufe des Jahres wieder zu uns stoßen.
 
Welche Stücke wären dieses Jahr in Bruchsal gespielt worden, wenn am 24. Januar der Auftritt möglich gewesen wäre? 
Bei der Programmgestaltung mussten die zum Zeitpunkt der Planung geltenden Abstands- und Hygieneregelungen am Aufführungsort und unseren Probenorten berücksichtigt werden. Gleichzeitig sollte größtmögliche Flexibilität hinsichtlich eventueller Änderungen der Auflagen einbezogen werden. Entsprechend haben wir uns zwar bei der Auswahl auf eine kleinere Besetzung festlegen müssen, konnten aber dennoch ein sehr abwechslungsreiches und ansprechendes Programm zusammenstellen. Sehr hilfreich hierbei war und ist die hervorragende Zusammenarbeit mit unserem künstlerischen Leiter Jan-Paul Reinke, der uns auch in den schwierigeren Zeiten durch seine Einsatzbereitschaft sehr unterstützt und durch seine Begeisterung für die Musik motivieren konnte. Vorgesehen und schon geprobt waren die Streicherserenade von Peter Tschaikowski, das Konzert für Violoncello und Blasorchester von Friedrich Gulda und die Festival-Ouvertüre von Dmitri Shostakovich in einer Bearbeitung für Bläserensemble.
 
Werden diese Stücke auch 2022 noch auf dem Spielplan sein, oder wird es dann voraussichtlich ein ganz neues Programm geben, über das der Programmausschuss dann erst in 2021 berät? 
In jedem Fall wollen wir das Cellokonzert nach Möglichkeit zusammen mit unserem Solisten Javier Huerta Gimeno, der den Bruchsalern aus der Vergangenheit ja schon bekannt ist, zu Gehör bringen. Das wäre tatsächlich auch ein ganz passendes, effektvolles und unterhaltsames Werk für ein Neujahrskonzert und macht uns viel Freude, auch beim Proben. Die weitere Werkeauswahl hängt von den künftigen Rahmenbedingungen und Probemöglichkeiten ab, aber wir sind voller Hoffnung, dass wir ab Mitte des Jahres wieder eine verlässliche Planung vornehmen können.
 

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