Stadtgeschichte

Am Rande des Kraichgauer Hügellandes, dort, wo sich die so genannte „badische Toskana“ zur Rheinebene hin öffnet, liegt Bruchsal, eine Stadt mit einer weit zurückreichenden, recht wechselhaften und dadurch aber auch bemerkenswerten Geschichte. Als kleines Beispiel mag hier ein kurzer Blick ins 17. Jahrhundert dienen: Weite Teile des Landes waren durch den 30jährigen Krieg verwüstet und gleich zweimal wurde die Stadt gegen Ende des Jahrhunderts von feindlichen Truppen niedergebrannt - doch schon einige Jahrzehnte später hatte Bruchsal sich wieder erholt und war, zwischenzeitlich mit einer prächtigen und weitläufigen barocken Schlossanlage versehen, die Residenzstadt der Fürstbischöfe von Speyer.

Bereits in der Steinzeit lebten hier Menschen und der Michaelsberg im Stadtteil Untergrombach ist der Namengeber für den archäologischen Fachbegriff Michelsberger Kulturkreis. Im Mittelalter dann war Bruchsal ein Ort mehrerer bedeutender historischer Ereignisse. Als Beispiel sei hier an dieser Stelle nur die Ausfertigung der so genannten Ostarrichi-Urkunde genannt, welche anno 996 im Bruchsaler Königshof von Kaiser Otto III. unterzeichnet wurde.

Wenn wir uns nun weiter der Gegenwart nähern, gelangen wir über die Zeit der Bundschuh-Aufstände in das verhängnisvolle 17. und in das darauf folgende glanzvolle 18. Jahrhundert. Wie oben schon erwähnt: In dieser Zeit machten die Speyerer Fürstbischöfe Bruchsal zu ihrer Residenzstadt, das prächtige Barockschloss, das Belvedere und die Peterskirche entstanden und für einen Zeitraum von nahezu 100 Jahren war das beschauliche Städtchen ein Tummelplatz von Baumeistern, Musikern, Künstlern, Adeligen und allen anderen Menschen und Dingen, die zu einem kleinen Hofstaat gehörten.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte die Pracht dann ihr Ende gefunden. Bei der beginnenden „Neuordnung Europas“ durch Napoleon Bonaparte wurden die geistlichen Territorien aufgelöst und Bruchsal gehörte fortan mit dem bis dahin rechtsrheinischen Besitz der Speyerer Fürstbischöfe zum künftigen Großherzogtum Baden. Dieser Umbruch vollzog sich mehr oder weniger im Stillen, obgleich Bruchsal viel an Bedeutung einbüßen musste. Und mehr als einmal klagte die örtliche Obrigkeit beim Landesherrn über die Verarmung der Bevölkerung und den „höchst bedauernswerten Zustande der schmachtenden Stadt Bruchsal.“ Einen letzten höfischen Glanz gab es allerdings noch durch die badische Markgräfin Amalie. Sie erkor sich das Bruchsaler Schloss 1806 zu einem ihrer Witwensitze und lebte hier bis zu ihrem Tode im Jahre 1832. Sie galt als „Schwiegermutter Europas“, hatte sie doch fünf ihrer sechs Töchter mit regierenden Herrschern Europas verheiratet und bei Familientreffen in der ehemaligen bischöflichen Residenz erwachte immer wieder mal royale Lebensart, wenn auch nur für kurze Zeit. Der Amalienbrunnen vor dem Bruchsaler Amtsgericht erinnert heute noch an die als resolut geltende badische Markgräfin.

Zu einem wirtschaftlichen Aufschwung kam es dann wieder nachdem 1843 die Bahnlinie Heidelberg – Bruchsal – Karlsruhe eingeweiht worden war. Es gab Industrieansiedlungen, die sich rasch vergrößerten und mit der bald folgenden Erfindung des Automobils, der einhergehenden Vermehrung des Individualverkehrs und dem Ausbau des Straßen- und Schienennetzes entwickelte sich Bruchsal zu einem regelrechten Verkehrsknotenpunkt. Die folgenden Jahrzehnte waren, wenn man den Ersten Weltkrieg mal außen vor lässt, von Fortschritt und wachsendem Wohlstand geprägt. Die Gründung von Stadtbibliothek und Städtischem Museum fallen beispielsweise in jene Zeit, ebenso die große Schlossrestaurierung unter der Leitung von Prof. Dr. Fritz Hirsch.

Schloss nach Bombenangriff 1. März 1945

Eine weitere Zäsur im Laufe der Stadtgeschichte gab es dann gegen Ende des Zweiten Weltkrieges am 1. März 1945. Bei einem alliierten Luftangriff verloren rund tausend Menschen ihr Leben und 80 % der Gebäude wurden ganz oder teilweise zerstört. Die Jahre danach standen zwangsläufig einmal mehr im Zeichen des Wiederaufbaus und der Stadtentwicklung. Die Zeit des so genannten Wirtschaftswunders trug dazu bei, dass Bruchsal 1956 die 20.000-Einwohner-Grenze überschritt und zur Großen Kreisstadt ernannt wurde. Ein weiterer Zuwachs und weitere Ausdehnung kamen hinzu als zu Beginn der 1970er Jahre die bis dahin selbständigen Kommunen Büchenau, Heidelsheim, Helmsheim, Obergrombach und Untergrombach im Zuge der Gemeindereform als Stadtteile eingegliedert wurden. Heute präsentiert sich Bruchsal mit seinen rund 43.000 Einwohnern als immer noch im Wandel befindliches attraktives Mittelzentrum mit einem reichhaltigen Angebot an Kultur, Sport und Bildung.

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