Hütten, Zäune und Brennholzlagerung im Außenbereich

Hütten im Außenbereich, Foto: Bobby Metzger pixelio

Auf dieser Seite möchten wir Sie in einem kurzen Überblick über die wichtigsten Punkte informieren, die Sie beachten müssen, wenn Sie auf einem Grundstück in der freien Landschaft sogenannte Kleinbauten oder Zäune errichten möchten.

Diese Aufstellung kann nicht alle Fragen beantworten und Sonderfälle abhandeln, die im Zusammenhang mit einer solchen Maßnahme von Bedeutung sein können. Für detaillierte Auskünfte stehen Ihnen gerne die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Baurechts- und Naturschutzbehörden zur Verfügung.

Bei der Nutzung von Grundstücken in der freien Landschaft, dem sog. Außenbereich, stehen sich das verständliche Interesse des einzelnen Grundstücksnutzers an der individuellen Gestaltung seines Grundstücks und der Anspruch der Allgemeinheit auf Erhaltung der natürlichen Eigenart der Landschaft gegenüber.

Die Nutzung eines Grundstücks durch den Eigentümer oder Besitzer wird dann problematisch, wenn bisher unberührte Natur mit Gebäuden und sonstigen baulichen Anlagen bebaut werden soll. Denn dies hat der Gesetzgeber zum Schutze der Natur bereits seit Jahrzehnten erheblich eingeschränkt bzw. sogar weitgehend verboten.

Da Verstöße gegen solche gesetzlichen Bestimmungen zu behördlichem Einschreiten und zu Bußgeldverfahren führen können, erspart die vorherige Information nachträgliche Unannehmlichkeiten und Ärger.

Was muss man beachten:

Die Voraussetzungen, unter denen Hütten und Zäune im Außenbereich errichtet werden dürfen, ergeben sich aus dem Baurecht und dem Naturschutzrecht.

Ob ein Vorhaben tatsächlich im Außenbereich errichtet werden darf, hängt entscheidend von den Umständen des Einzelfalles ab. Nur anhand von Angaben über Größe, Gestalt und Lage in der Landschaft kann eine Beurteilung vorgenommen werden.

Besprechen Sie daher Ihr Vorhaben rechtzeitig mit der Baurechtsbehörde der Stadt Bruchsal und dem Landratsamt Karlsruhe -untere Naturschutzbehörde- bevor Sie mit der Errichtung einer Hütte, eines Zaunes oder einer sonstigen baulichen Anlage beginnen.

Bevor Sie ein geplantes Vorhaben errichten, ist zu klären, ob Sie hierfür eine Baugenehmigung benötigen:

  1. Eine Geschirrhütte bis zu einer Größe von 20 m³ umbauten Raumes bedarf keiner Baugenehmigung.
    Unter Geschirrhütten versteht man kleine Bauten einfachster Bauart; im Allgemeinen bestehen die Umfassungswände aus einfachen Brettern, die auf einer tragenden Holzkonstruktion befestigt sind. Sie haben keine Toilette und keine Feuerstätte und sollen auch für den Aufenthalt von Menschen nicht geeignet sein; denn Geschirrhütten dienen nur der Unterbringung von Geräten, die für die Arbeiten auf dem Grundstück benötigt werden.
    Aber beachten Sie: Eine Baugenehmigung ist in jedem Fall erforderlich, wenn
    - die Geschirrhütte mehr als 20 m³ umbauten Raumes hat,
    - eine Toilette an- oder eingebaut werden soll, 
    - die Hütte einen Aufenthaltsraum oder eine Feuerstätte erhalten soll.
    Die Größe der Hütte (umbauter Raum) ist nach den Außenmaßen zu rechnen. Der Dachraum, ein über der Geländeoberfläche liegender Sockel und der von einem Vordach überdeckte Raum sind voll anzurechnen.

    Ausnahme:

    In Naturschutzgebieten, flächenhaften Naturdenkmalen, nach § 32 Naturschutzgesetz besonders geschützten Biotopen und in Überschwemmungsgebieten ist die Errichtung von baulichen Anlagen generell verboten.

    Die Erstellung von Hütten in Landschaftsschutzgebieten ist immer erlaubnispflichtig. Ansprechpartner ist die untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Karlsruhe.
  2. Wochenend- und Gartenhäuser, die im Geltungsbereich eines rechtskräftigen Bebauungsplanes liegen, der ein "Wochenend- bzw. Gartenhausgebiet" festsetzt, benötigen ebenfalls keine Baugenehmigung.

Grundsätzlich benötigen alle anderen Vorhaben im Außenbereich eine Baugenehmigung. In wie weit diese erteilt werden kann, regelt sich nach den o. g. gesetzlichen Vorgaben.

Dazu gehören auch sämtliche Arten von Zäunen und Einfriedigungen sowie Tierunterstände, deren umbauter Raum größer als 20 m³ ist und fahrbare Weidehütten. Auch abgestellte Wohn- und Bauwagen sind stets genehmigungspflichtig, da sie einem Aufenthaltszweck dienen.

Ein wichtiger Hinweis:

Auch wenn ihr Vorhaben baurechtlich verfahrensfrei ist, bedeutet dies nicht, dass Sie sich nicht an sonstige gesetzliche Vorschriften halten müssen. Auch für verfahrensfreie Vorhaben gelten alle gesetzlichen Bestimmungen. Lediglich eine vorherige Überprüfung durch eine Behörde ist nicht notwendig.

Sie müssen vor allem darauf achten, dass die Hütte das Orts- und Landschaftsbild nicht verunstaltet:

  • Achten Sie darauf, dass die Hütte so wenig wie möglich in Erscheinung tritt. Am unauffälligsten wirkt die Hütte, wenn sie durch in der Gegend natürlich vorkommende Laubgebüsche und –bäume verdeckt wird. Keine Thuja oder sonstige vergleichbare Pflanzen; auch keine Nadelgehölze.
  • Verzichten Sie stets auf befestigte Wege, Wegeinfassungen, Treppen, Stützmauern u. ä.
  • Farbe und Material der Hütte sollen sich der Natur und Landschaft anpassen, d. h. die Hütte selber soll auch unauffällig sein. Verwenden Sie deshalb erdfarbene Außenfarben und sehen Sie ein Satteldach mit rotbrauner Ziegeldeckung oder vergleichbarer Ausführung vor. Vermeiden Sie helle, leuchtende oder gar reflektierende Materialien.
  • Mit Gebäuden ist ein Abstand von mind. 2,50 m zu den Grundstücksgrenzen einzuhalten.

Jegliche Maßnahme im Außenbereich ist grundsätzlich –unabhängig von der baurechtlichen Genehmigungspflicht und Zulässigkeit- ein Eingriff im Sinne des Naturschutzgesetzes, der gegebenenfalls Ausgleichsmaßnahmen erforderlich macht oder gar zur Unzulässigkeit führt. Erkundigen Sie sich dazu beim Landratsamt Karlsruhe –untere Naturschutzbehörde- bevor Sie die Maßnahme beginnen.

Kontakt

Bei genehmigungspflichtigen
Bauvorhaben

Bau- und Vermessungsamt
Baurechtsbehörde
Otto-Oppenheimer-Platz 5
76646 Bruchsal
Tel.: 07251/79-600
Fax: 07251/79-499

Kontakt

Bei genehmigungsfreien
Bauvorhaben in Schutzgebieten

Frau Renate Korin
Telefon 07251/79-702
Fax 07251/79-11702
Gebäude: Rathaus am Otto-Oppenheimer-Platz 5
Raum: B 025
Aufgaben:

Umweltstelle
Artenschutz
Klimaschutz
Öffentlichkeitsarbeit zu Umweltthemen